Bolle-Tour an der Petit

Herbsttour an die Petit Rhône, wo ich von Starkregen und Gewitter empfangen wurde!

Ende September begab ich mich auf den Weg Richtung Südfrankreich, um zwölf Tage den sogenannten Dschungel zu befischen. Bei meiner Ankunft in Nils Camp wurde ich von dunklen Wolken empfangen, welche ringsherum von Gewitter und Regen begleitet wurden. Daher machte ich schnell mein Skiff startklar, um noch rechtzeitig einen geeigneten Platz zu finden, an dem ich mein Nachtlager aufschlagen konnte. Dies schaffte ich gerade noch rechtzeitig, denn als das Zelt stand, krachte es auch schon richtig und Starkregen setzte ein. Dies hielt mich natürlich nicht davon ab, die Montagen noch punktgenau zu setzen.
Die folgende Nacht blieb trotz der Mühe ereignislos. Soviel kann ich schon verraten, es war die Einzige der gesamten Tour, wo kein Fisch den Köder finden sollte, so dass ich mich noch einmal richtig ausschlafen durfte bevor der Fressrausch losging!
Das Wetter wurde jetzt besser und strahlender Sonnenschein weckte mich am Morgen, wobei die Temperatur sichjenseits der 20°C Marke einpendelte. Dieses gute Wetter sollte mich die gesamte Tour über begleiten. Selbst die Wassertemperaturen lagen noch bei 20°C, so dass es eigentlich keine wirkliche Herbsttour war.

Das große Fressen begann und der folgende Abend startete mit einem Doppelbiss!

Am nächsten Tag schaute ich mir den Flussabschnitt, an dem ich saß, nochmal genau mit dem Echolot an und setzte die Wallermontagen neu. Langsam brach der Abend an und während der Dämmerung gingen parallel zwei Ruten krumm! Doppelbiss! Ich griff zur ersten Rute und setzte den Anhieb, schlug die Zweite an und stellte sie wieder in den Rutenhalter! Jetzt musste es schnell gehen und drillte dementsprechend! Einige Minuten später konnte ich den ersten Wels, einen knappen 1,90er, sicher landen und fuhr anschließend mit Vollspeed zum Ufer, um den nächsten Waller zum Tanz zu bitten! Alles ging gut, der Fisch hing noch am Haken und hatte sich zudem nirgends festgesetzt. Der anstehende Drill verlief spektakulärer und ich konnte den ersten 2m+ Fisch wenig später ins Schlauchboot ziehen! Ein Start nach Maß in die erste richtige Angelnacht, die noch nicht zu Ende war! Mitten in der Nacht wurde ich unsanft von einem kräftigen "Bimmeln" geweckt, riss die Augen auf und sah eine krumme Rute im Halter! Anhieb und schnell ging es mit dem Mission Craft Schlauchboot über den Wels, der direkt zu einer starken Flucht ansetzte. Einige Minuten später ließ der Fisch sich erstmals an der Oberfläche blicken und ich erkannte einen weiteren gute Wels, der mit Sicherheit zwei Meter mit sich brachte. Dies bestätigte sich, als ich dem Wels nach der Landung das Maßband anlegte. Am Morgen konnte ich auf eine tolle Nacht mit drei guten Fischen zurückblicken. Jetzt stand erst einmal ein Frühstück an und anschließend nahm ich mir vor, mit den Black Cat Fireballs aktiv zu fischen. Nach ca. 1,5 Stunden erhielt ich auf eine 25cm kleine Brasse am Fireballsystem einen Biss. Nach hartem Drill an der 2m Black Cat Fireball-Rute konnte ich den dritten Fisch über 2m auf der haben Seite verbuchen!
In den weiteren zwei Nächten bissen die Welse weiter und ich konnte das Wallerkonto auf 9 hochschrauben, so dass ich jede Nacht drei Fische fing. 

Mein Kollege Marcel traf endlich ein, so dass ich von nun an nicht mehr alleine war!

Jetzt war es soweit und Verstärkung, in Form meines Angelfreundes Marcel, rückte an. Er kämpfte sich mit dem Zug und teilweise per Anhalter über 1000km zu mir durch, um endlich mal einen Wels von über 2m zu fangen – dabei war ich ihm natürlich gerne behilflich und so machten wir uns auf, um eine erfolgsversprechende Stelle zu suchen.
Diese war umgehend gefunden und schnell befestigten wir die Ausleger an verschiedenen Spots. Den restlichen Tag feederten wir und versuchten unseren Köderfischvorrat zu erhöhen, weil zu der Zeit doch eine sehr hohe Bissfrequenz pro Nacht herrschte. Die erwies sich als recht einfach, denn eine gute Karausche nach der anderen konnten wir überlisten und immer wieder war eine große Brasse dabei.
Auf ging es und nacheinander setzten wir die Wallermontagen, ehe wir uns über Marcels stressige Anreise unterhielten. Prompt wurden wir unterbrochen, denn der erste Wels leutete das Glöckchen. Nach erfolgreichem Drill dauerte es nicht lange, bis der Nächste Biss kam und im Laufe der Nacht folgten weitere Fische. Der Größte der Nacht wies eine Länge von 2,21m auf, der allerdings bei mir Biss und Marcel musste auf sein allerersten "Zweier" noch warten.
In der Folgenacht sollte das Warten für Marcel ein Ende haben und ein heftiger Biss durchfuhr seine Wallerrute. Der Biss erfolgte so brachial, dass Marcel die Rute nur schwer aus dem Bootsrutenhalter bekam, weil sie sich verkeilte. Mir war sofort klar, dass es wieder ein guter Fisch sein musste und Marcel pumpte ihn an die Oberfläche, so dass ich den Bolle per Wallergriff ins Boot ziehen konnte. Da ich nach etlichen riesen Fischen weiß, wie groß der Innenraum meines Schlauchbootes ist, sagte ich direkt zu ihm „Petri, der hat 2,20m!“ Beim darauffolgenden messen blieb das Maßband bei genau 2,19m stehen. Ich freute mich über den Fisch weitaus mehr, als über alle anderen, denn ich konnte Marcel dabei helfen, einen Traum zu erfüllen.
Im Morgengrauen war ich wieder mit dem Drillen an der Reihe und Bolle Nummer 6 lag wenig später im Schlauchboot! Nach einer weiteren anstrengenden und vor allem schleimigen Nacht, machten wir nun schnell die Fotos, damit die Fische so umgehend wieder in ihr Lebensraum zurückkehren konnten.
„The show must go on…“ hieß es und uns blieb keine Zeit nach den vergangenen schlaflosen Nächten uns auszuruhen. Der Köderfischvorrat musste immer im grünen Bereich gehalten werden, da man nie weiß, was der nächste Tag mit sich bringt und so griffen wir zur Feederrute.

Vollgas im Endspurt für in den letzten drei Tagen an der Petit Rhône! 

Mittlerweile standen wir vor unseren letzten drei Nächten, welche auch noch ein paar gute Fische für uns parat hielten. In der anstehenden Nacht fingen wir zwar mehrere Welse, der Größte allerdings verfehlte die 2m Marke knapp, was uns natürlich die Freude über die gefangenen Fische nicht nahm. Ich freue mich über jeden gefangenen Fisch, den ich überlisten konnte, egal wie groß bzw. wie klein er ist!
Am vorletzten Abend versuchten wir nochmal alles und platzierten einen Teil der Ausleger an anderen Stellen. Mit Erfolg - während ich einen Biss bekam und nach dem Anhieb feststellte, dass der Haken nicht saß, krümmte sich zeitgleich meine nächste Rute! Die Eine in den Halter zurückgestellt und die Andere genommen! Anhieb! Sitzt! Perfekt! Nach einem heftigen Drill lag die nächste Granate im Boot, während sich im weiteren Verlauf der Nacht noch ein paar mittelgroßen Fische dazu gesellten, bis am frühen Morgen der nächste Knaller mich zum Drill forderte.

Ein Drill auf Biegen und Brechen erwartete uns am letzten Morgen!

Mit Wehmut, dass wir am nächsten Tag den Heimweg antreten mussten, gingen wir in die letzte Nacht, welche es auch noch einmal richtig in sich hatte. Nach zwei Fischen wurde ich durch ein heftiges "gebimmel" aus dem Schlaf gerissen! Ich sah sofort, dass die Black Cat Big Baiter, welche ich ca. 250m flussauf angebunden hatte, gerade stand und die Schnur durchhing! Ich hatte meine Liege direkt im Boot an den Wallerruten stehen, so dass ich quasi aus dem Bett zur Zur Rute griff, die lose Schnur einkurbelte und den Kontakt suchte! Anhieb! Hängt! Geil! Schnell merkte ich, dass es wohl doch nur ein kleinerer Wels war, der die Zwei-Kilo-Brasse nahm und ich daher nicht einmal ins Schlauchboot musste!
Aber Fehlanzeige, der Fisch ließ sich mit der Strömung den Fluss hinunter treiben, bis er 20m vor dem Boot war und der heiße Tanz begann! Jetzt gab er Vollgas, so dass ich doch noch schnell ins Schlauchboot sprang, da um uns herum überall versunkene Bäume lagen. Ich wollte den Waller per Motor umgehend von den Hindernissen weg dirigieren! Der Motor sprang nicht an, "Schei...!", dachte ich mir! Er war kalt und ich habe es mit einer Hand nicht geschafft, da der Druck auf der Rute ganz einfach zu groß war. Der Wels versuchte nämlich direkt in einen Baum zu schwimmen, so dass ich wie ein Verrückter pumpen und kurbeln musste, um ihn schnellstens an die Oberfläche zu bekommen! Nun begann ein heißer Tanz, der Fisch war an der Oberfläche mitten in einem versunkenen Baum! Ich konnte ihn keinen Meter abtauchen lassen, sonst hätte er sich festgesetzt. Die Black Cat Big Baiter war krumm wie sau und mir schoss nur durch den Kopf, egal was passiert, ich muss den Fisch oben halten, sonst ist es vorbei! Der Fisch war fit wie ein Turnschuh und versuchte immer wieder gerade runter in das Gehölz zu schießen! Das Black Cat Material hielt dieser Extremsituation problemlos stand und ich flog aufgrund der starken Fluchten nur von links nach rechts im Schlauchboot! Langsam aber sicher wurde der Wels und ich müde, so dass ich endlich zum ersehnten Wallergriff ansetzen konnte! Es war zwar nicht der größte Fisch der Tour, aber wieder ein guter Wels über 2,20m Länge, der mir einiges abverlangte. Es war eine schöne Überraschung, da ich zunächst mit einem kleineren Waller rechnete und somit ein super kampfstarker Abschlussfisch!

Eine wahnsinns Tour mit vielen guten Welsen lag hinter uns!

Hinter uns lagen 12 Tage mit jeder Menge Fisch, wovon einige über 2m aufwiesen! Das Wetter war abgesehen vom Anreisetag super, so dass wir bis spät in die Nacht im T-Shirt sitzen konnten - Was will man mehr? Jetzt fuhren wir ins Camp zurück, um das Auto samt Boot für den Rückweg startklar zu machen. Diese Tour wird mir wohl noch lange in Erinnerung bleiben und kann ich einfach nur ganz trocken mit dem Wort "Wahnsinn" beschreiben! 

Schleimige Grüße wünscht euch
Ruwen Koring

(Wallerteam Catfish-Hunters & Team Black Cat)


Ein kleiner Bilderauszug der Tour: