Mepo-Cup 2014

Mepo-Cup 2014 -eine Zentimeterentscheidung um den Sektorsieg!

 

Neuauflage des Mepo-Cups von Thorsten Petersen!

Wie in jedem Jahr geht es nach der harten Wallersaison in Richtung Norden an die Ostsee, wo die eine oder andere Brandungsveranstaltung auf mich wartet. Ganz nach dem Motto „Never change a winning team!“ war auch dieses Mal wieder mein Teampartner Ruwen Koring von den Catfish-Hunters/Team Black Cat. Wir beide ergänzen uns hervorragend in unserer Angeltechnik, da wir das Brandungsfischen anders interpretieren und somit auf verschiedene Strategien setzen. Somit haben wir von Anfang an eine gute Voraussetzung für fast jede Hürde, weil wir relativ schnell den Fisch finden.

Der erste Teamcup des Wochenendes, war der bei allen beliebte Mepo-Cup von Thorsten Petersen auf der Insel Fehmarn. Thorsten veranstaltet und organisiert diese Veranstaltung schon viele Jahre und das meiner Meinung nach nahezu perfekt. Ich kann nur sagen, ein fantastischer Cup den Thorsten damals ins Leben gerufen hat, welcher einfach ein rundes und sehr sauberes Ding mit viel Fairness ist. An dieser Stelle möchte ich und natürlich auch in Ruwens Namen, Thorsten Petersen, sowie seinen ganzen Helfern, einen aufrichtigen Dank ausrichten, super Jungs, macht weiter so!

Die große Beliebtheit des Mepo-Cups bringt natürlich auch einen extrem hohen Schwierigkeitsgrad mit, da dort viele mit Rang und Namen der Brandungsszene vertreten sind. Das machte die Sache für uns nicht leichter, da Ruwen aus NRW kommt und dadurch nicht regelmäßig am Strand sein kann und er zusätzlich nonstop auf Wels unterwegs ist. Ich selbst fische unter anderem die Cups vom Landesverband mit, so dass ich eigentlich regelmäßig auf dem Laufenden bin, so dass ich Ruwen noch informierte, was in den letzten Wochen am Strand vor sich ging.

Nach Ankunft auf der Insel Fehmarn mussten wir leider feststellen, dass die Bedingungen in Sachen Wetter gegen uns standen. Anstatt einer geilen Brandung, trafen wir auf eine schlaffe Ostsee mit flauem Rückenwind, was die Ostsee zu einem glatten Ententeich machte. Shit Happens dachten wir, aber schließlich haben alle Teilnehmer die gleichen Bedingungen.

Wir packten rasch unsere Klamotten in meinem Wohnwagen aus und auf ging es zum Treffpunkt, der Gaststätte „Meetz“ in Bannesdorf auf Fehmarn. Als wir dort auf dem Parkplatz ankamen, sahen wir schon wie vermutet die ganzen Meerescracks, welche wieder alle vor Ort waren. Nach einer kurzen Begrüßung aller bekannten Gesichter, die man teilweise nur ein bis zwei Mal im Jahr sieht, ging es dann rein zur Anmeldung. Wie nicht anders erwartet, hatte Thorsten alles im Griff und perfekt organisiert, so dass wir gleich unsere Sektor Karte mit Startnummer bekamen. Ruwen hatte die letzten Male die Startnummer gezogen, so dass ich dieses Mal die ehrenvolle Aufgabe übernahm. Ich entschloss mich für eine orangene Karte, wo unsere Platznummer draufstand, der zu befischende Sektor allerdings erst später den Farben zugelost wurde.

Nun war es soweit, alle Teams hatten die Anmeldung vollzogen und Thorsten Petersen begrüßte uns zum diesjährigen Mepo-Cup. Es starteten 70 Teams, welche auf vier Sektoren aufgeteilt wurden. Franziska Petersen, Thorstens Tochter war die Losfee, welche die Sektoren jetzt den farbigen Karten zuloste. Die Sektoren, welche zur Auswahl standen waren Altenteil, Püttsee, Bojendorf und Niobe, wofür sich Thorsten aufgrund eines Testfischen am Vortag entschieden hatte. Aus Erfahrung wusste ich, dass es an den Sektoren Püttsee, sowie Niobe ein harter Kampf werden würde und die beiden Strände nicht gut in meiner Erinnerung stehen. Nun galt es Daumen drücken und hoffen, was Glück brachte, denn mit Sektor C Bojendorf waren wir recht zufrieden. Altenteil wäre mir eigentlich lieber gewesen, aber so war es auch in Ordnung und dass später alles anders kommen sollte, konnte vorher noch niemand ahnen.


Erfolgreich durch Taktikwechsel beim Mepo-Cup 2014!

Endlich ging es auf zum Strand nach Bojendorf, denn wir waren heiß wie Frittenfett. Nach Ankunft ging alles gemächlich ab, da wir reichlich Zeit zum Aufbauen hatten bis um 17 Uhr der Startschuss unseres Ordners ertönte. Auf Los ging es Los, Ruwen und ich gaben wie immer von Beginn an Vollgass, um ordentlich Strecke zu machen. Unsere Erfahrungen ergaben, dass die Fische, welche im Hellen gefangen werden, das Doppelte wert sind und so manche Cups entscheiden. Da wir beide in den vergangenen Jahren eher selten bis nie an diesem Strand gefischt haben, wussten wir nicht so recht, wie wir es genau angingen sollten. Die Ostsee sprach aufgrund des schwachen Rückenwindes auch nicht für die typische Fischerei, so dass wir erst einmal einiges durchtesteten, um schnell die Entfernung auszumachen, wo sich die Fische aufhielten. Zu unseren bedauern mussten wir feststellen, dass egal wo wir fischten überall nur Krabben antrafen und das in jeder Lage. Jede Menge Krabben, die sich dort vermutlich aufgrund des relativ warmen Wassers noch in Scharen tummelten und in binnen wenigen Minuten alle Haken restlos blank fraßen. Jetzt hieß es umdenken und einen Taktikwechsel musste her. Rasch überlegt, wie kommen wir an den Krabben vorbei, um den Köder so lange wie möglich am System zu halten. Kurzer Hand entschlossen wir, uns von den langen Vorfächern zu verabschieden und setzten von nun an auf zwar auch recht lange Vorfächer, aber mit sehr kurzen Mundschnüren, welche wir mit großen Auftriebskörpern bestückten, um den Köder möglichst weit vom Grund wegzubekommen. Dieser Wechsel ging auf, denn Ruwen und ich konnten auf Anhieb jeweils ein Plattfisch überlisten. Von da an wussten wir, dass die Fische da waren, wir nur ran kommen mussten. Natürlich machten uns die Krabben weiterhin das Leben schwer, aber wir konnten mit Würfen in verschiedenen Längen die Zeit verzögern, bevor unsere Köder erneut weg waren.  
Es war uns klar, dass ein schwieriges und wurmreiches Angeln uns der Abend versprechen würde. Mit der Dämmerung folgte das nächste Problem und es kamen viele untermaßige Fische hinzu. Nun mussten wir langsam um unsere Würmer bangen, da wir „nur“ 300Stück mitgenommen hatten, was in der Regel ausreichend ist. Es war eh schon eine sehr warme Nacht für Anfang November, aber jetzt gerieten wir echt ins Schwitzen, obwohl wir schon einiges gewohnt waren.
Im Fünf-Minuten-Takt hieß es jetzt die Brandungsruten kontrollieren und neu beködern. Teilweise blieb uns nicht einmal die Zeit, unsere Wechselvorfächer zu bestücken, bevor es wieder an einer Rute erneut rappelte. Mühsam kämpften wir uns durch die Scharen an Plagegeister und konnten so nach und nach immer wieder mal eine maßige Platte der Ostsee entlocken. Wir kämpften mit allen Tricks und Kniffen bis auf die letzte Minute, wo wir am Ende auf acht maßige Fische und fast keine Würmer mehr, zurückblickten konnten. Wie weit uns das letztendlich nach vorne bringen würde, konnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht einmal abschätzen, da immer Bewegung am Wasser war und man nie wusste, ob die anderen auch so viele kleine oder passende Fische hatten.
Schließlich kam der Ordner am Ende zum zweiten Mal mit der Messlatte vorbei und meinte zu Ruwen, „Mit acht Fischen seit ihr bisher hoch im Sektor!". Schön zu hören, aber er musste ja noch bei sechs weiteren Teams, die vor uns am Strand saßen, vorbeischauen. Es war vorbei und wir packten unser Tackle zusammen, wobei mir wie so oft auffiel, dass manche scheinbar zaubern können, so schnell wie die ihr Tackle zusammen haben und losziehen. Am Parkplatz angekommen trafen wir nur noch auf zwei Teams, die uns natürlich aufgrund der Aussage vom Ordner gleich auf unser Fangergebnis ansprachen und wissen wollten wie es so bei uns gelaufen ist. Ruwen sagte zögerlich „Acht Fische und wie war es bei euch?“ Als Antwort bekamen wir dann auch acht Fische zu hören. Oh dachten wir, nun wird es wohl eine sehr knappe Kiste werden, aber jetzt zogen wir uns alle erst einmal gemütlich in unsere Unterkünfte zurück. In der Regel findet nachts die Siegerehrung statt, aber dieses Mal fand Thorsten kein Lokal, was uns nach dem Angeln noch bewirten wollte bzw. konnte.
 

Edelmetall bei der Siegerehrung des Mepo-Cup 2014!

So trafen wir uns alle am nächsten Morgen um 9.30Uhr zum gemeinsamen Frühstück im Gasthaus „Meetz“ wieder. Alle wohl genährt und gestärkt nach leckerem Kaffee und Brötchen, ging es dann gespannt an die Siegerehrung. Thorsten begrüßte uns nach dem Frühstück herzlichst und verkündete zunächst die Fänge der Sektoren. Jetzt kam der dicke Brocken, wo alle, inklusive mir, nicht mit gerechnet hatten, denn Altenteil war nicht der beste Sektor, wie in fast jedem Jahr. Zu erstaunen aller war es dieses Mal der Sektor Bojendorf, in dem wir am Vorabend gefischt hatten. Zu der gesamten Fischzahl konnte Thorsten nur ein müdes „solala“ rausbringen, denn von 70 Teams, was 140 Anglern entspricht, kamen knapp 250 Fische zum Messen. Die Sektorenwertung war in vollem Gange und unser Sektor „Bojendorf“ war an der Reihe. Wir waren gespannt, wie zwei glühende Kohlen, da wir wussten, dass es eine Zentimeterentscheidung werden würde. Wie wir es befürchtet hatten, mussten Ruwen und ich uns dem ersten Platz mit nur 4cm, also 4 Fischpunkten, geschlagen geben, so dass wir als zweiter Sieger aus dem Sektor Bojendorf heraus gingen. Als faire Sportsfreunde gratulierten wir natürlich ganz herzlich dem Siegerteam, bestehend aus Marcel und Folkard, die wir schon lange kennen und echte Freunde für uns geworden sind. Nochmals Glückwunsch euch beiden, ihr habt euch den Sieg hart erkämpft und redlich verdient! Die Ehrung des Gesamtsieges des Mepo-Cup 2014 stand noch aus, wobei für unser Team Platz 6, heraussprang. Zu guter Letzt fand wie jedes Jahr die große Startkarten Tombola statt, wobei Thorsten wieder große Sponsoren, wie beispielsweise Zebco Europe, für sich gewinnen konnte. Die Jungs vom Brandungsteam Pontos Epsilon brachten spontan ihre Brandungsrute „Ares“ mit und spendeten sie für die Tombola, hier ein Riesen Dank an Akki.
Alles in allem war der Mepo-Cup 2014 wieder eine super und gelungene Veranstaltung, mit viel Spaß und Ehrgeiz. Jetzt blieb aber keine Zeit zum Ausruhen, da es schon Samstag Mittag war und der Blank Eck Cup von Ralf Deterding auf dem Plan stand.

Stürmische Grüße
Jens Reitler