Sektorsieg in letzter Sekunde!

Aus privaten Gründen mussten wir unser Team zum diesjährigen Martins-Cup in Heiligenhafen personell umstellen, so dass ich dieses Mal mit Frank (ehemaliger Teamkollege) im Tandem fischte. Zur moralischen und mentalen Unterstützung machte sich meine Freundin Corinna mit auf die Reise ins 500km entfernte Heiligenhafen.
Damit wir Samstag in völliger Frische dem Gemeinschaftsangeln entgegen schauen konnten, reisten wir bereits Freitag den 09.04.2010 an.
Nachdem wir im letzten Abendlicht unseren Zielpunkt erreichten, legten wir sofort an den verschiedenen Stränden einen Stopp eina, um uns ein Bild über die aktuelle Situation zu verschaffen. Der erste Eindruck war sehr positiv und die Vorfreude, sowie die Motivation für das bevorstehende Brandungsangeln stiegen stark an. Jetzt machten wir drei es uns erst einmal im Auto bequem, spielten ein paar Runden Karten und ließen den Abend bei einem Bierchen ausklingen.
Währenddessen Frank auf dem Beifahrersitz schlief, quetschten meine Freundin und ich uns zwischen das Angeltackle im Kofferraum. Unser Körper bedankte sich mit blauen Flecken, die wir uns durch die Brandungsdreibeine sowie andere Utensilien zuzogen.
Mehr oder weniger ausgeschlafen suchten wir am frühen Morgen die nahegelegene Bäckerei auf und tranken dort eine Tasse Kaffee, bevor wir uns in den Saal zum Treffpunkt des Martins-Cups begaben.
Jetzt ging's zur Platzverlosen, bei der Frank mir eigentlich ein "Los-Verbot" erteilte, da ich im vorigen Jahr, nett ausgedrückt, ein eher nicht so gutes Händchen dafür hatte. Mit einem beherzten Griff fasste ich in den Lostopf, ehe Frank dagegen etwas unternehmen konnte und in seinem Gesicht tauchte plötzlich gähnende Leere auf. Es kam, wie es kommen musste...! Ein Mittelplatz, auf denen bekanntlich meistens eher mäßig gefangen wird und mittiger als der gezogene Platz von mir ging es nicht!

Der Startschuss zum gemeinschaftlichen Brandungsangeln fiel

Den Rest der Zeit bis zum Angelbeginn versuchte ich Frank erfolglos neu zu motivieren, was sich aber mit Beginn des Angelns wieder schlagartig ändern sollte. Am Wasser angekommen merkten wir, dass es bei diesem starken Wind, welcher uns direkt ins Gesicht wehte, kein Zuckerschlecken werden würde, denn mit Windstärke 7, ähnelte es eher einem Sandsturm.
Nach ein paar Testwürfen, um zu schauen, wie welches Gewicht sich bei diesem Wind im Wasser verhält, warteten wir auf den Startschuss. Jetzt war auch Frank wieder nach der vermasselten Platzwahl wieder hochmotiviert und in seinem Element. Selbst als sich sein erster Wurf in ein Schnurbruch ummünzte und der Wind ein ums andere Mal seinen Angelstuhl wegwehte, blieb er ruhig.
Mit hoher Anspannung warteten wir auf den ersten Biss, was sich als Geduldsprobe herausstellen sollte.
Als nach zwei Stunden das erste Mal die Ordner mit ihrer Schiebelehre zum Messen vorbei schauten, sah es bei uns mau aus. Wir hörten allerdings, dass drei Fische momentan "hoch" sein würden. "Das ist schnell wieder aufgeholt, die ein oder andere Doublette und wir sind wieder gut dabei", versuchte ich uns Mut zu machen. Prompt legte Frank den ersten Plattfisch auf den Sand, der leider untermaßig war. Es vergingen nur wenige Minuten, bis Frank schließlich eine maßige Platte nachlegen konnte. So langsam brach die Dämmerung ein und Frank kam in Fahrt. Zwei Plattfische und zwei Dorsche konnte er vorweisen und ich hatte bis dahin nicht einmal ein Biss.
Das sollte sich aber schnell ändern! Innerhalb kürzester Zeit konnte ich drei Flundern und zwei Dorsche der Ostsee entlocken, während Frank noch zwei weitere Scheiben auf die Schuppen legen konnte.
Zusammen hatten wir nun elf Fische und es sah plötzlich wieder ganz gut für uns aus, als wir hörten, dass momentan eben auch elf Fische "hoch" seien.

Wir gaben Vollgas und kämpften um den Sektorsieg beim Brandungsangeln 

Jetzt begann die letzte halbe Stunde und wir setzten noch mal zum Endspurt an, während ich uns noch anheizte, dass jetzt jeder Fisch entscheidend sein könnte. So sollte es auch kommen.
Frank fing Fisch Nummer zwölf und ich legte dreizehn und vierzehn nach. Frank bekam ein Biss und sagte, dass ist der Fisch zum Pokal, welcher aber ärgerlicherweise verloren ging. Die Zeit war jetzt auch so gut wie vorbei und wir packten zusammen. An der letzten Rute hatte sich allerdings bei mir noch ein Plattfisch festgebissen und ich sagte zu Frank, dass ist dann eben der Fisch zum Pokal, welcher später auch eine entscheidende Rolle bei der Platzvergabe spielen sollte.
Insgesamt fing Frank fünf Platte, sowie zwei Dorsche und ich fünf Platte und drei Dorsche. Hochzufrieden hofften wir nun, dass wir aus unserem Startplatz noch das Beste rausgeholt hatten. Jetzt ging's zurück zum Treffpunkt, wo wir mit Hochspannung, aber auch mit Zuversicht, auf die Auswertung warteten.
Wieder und wieder rechneten wir hoch, ob es wohl für ein Pokalplatz gereicht haben könnte. Dazu hätten wir unter den ersten drei Plätzen im Sektor sein müssen. Jetzt wurde endlich das Endergebnis präsentiert. Nachdem Sektor A verkündet wurde, stieg unsere Anspannung bis ins Unermessliche, da jetzt Sektor B an der Reihe war, in dem wir unser Glück versucht hatten.
Als wir dann hörten, wie es einschließlich bis Platz vier aussah, wussten wir, dass es reichen sollte und ein Grinsen fuhr über unser Gesicht. Schließlich ertönte das Team Catfish-Hunters auf Platz eins undzwar nur mit zehn Fischpunkten Vorsprung! Jetzt war uns klar, dass dieser eine Fisch in der letzten Sekunde uns auf Platz eins katapultiert hatte. Unsere Mundwinkel waren mittlerweile vor Freude bis zu den Ohren hochgezogen und wir warteten die Gesamtwertung ab. Auch hier konnten wir uns über einen verdienten dritten Platz freuen.
Völlig erleichtert warteten wir die Sachpreisverlosung ab, in der Frank und ich wiederum Glück hatten und ein paar Kleinigkeiten zugelost bekamen.
Völlig fertig, aber mit einer Menge Adrenalin im Blut traten wir nun den langen Heimweg an, auf dem wir uns nochmal klarmachten, wie gut wir uns dort verkauften, aber auch das entscheidende Quäntchen Glück auf unserer Seite hatten.
Nächstes Jahr müssen wir natürlich unseren Sektorsieg verteidigen und sind wieder am Start.

schleimige Grüße wünscht euch
Ruwen Koring
(Wallerteam Catfish-Hunters & Team Black Cat)