Eiszeit am Po! Mission Winterwaller!

Mission Winterwaller - wir wurden mit Schnee in der Waller-Welt empfangen!

Anfang März stand wie jedes Jahr zu dieser Zeit unsere Frühjahrstour in die Waller-Welt nach Borgoforte an. Wir freuten uns nicht nur darauf, Markus Eule und seine Crew wieder zutreffen,  sondern auch auf die warmen Temperaturen von bis zu 20 Grad am Tage, gepaart mit sonnigem Wetter und Wassertemperaturen am Anfang des zweistelligen Bereiches. Dadurch stehen die Erfolgschancen am Mittellauf des Po’s zu dieser Jahreszeit in der Regel sehr gut.
Mein Auto sowie mein Mext Boot waren schließlich startklar und voller Vorfreude machten sich meine Freundin Corinna und ich uns auf den Weg Richtung Italien. Parallel starteten auch Timo und Jens mit demselben Ziel durch, denn am frühen Samstagmorgen sollte unsere gemeinsame Wallertour beginnen.
Während der Fahrt checkte Corinna nochmals den italienischen Wetterbericht, der uns die Tage zuvor schon beunruhigte. Allen Anzeichen nach standen die Vorzeichen dieses Mal anders, als die Jahre zuvor. Aus unserer geplanten Frühjahrstour mit angenehmem und sonnigem Frühlingswetter, wurde die Mission „Winterwaller“ für uns bittere Realität.
Kurz vor Ankunft fing es bereits heftig an zu schneien und die Waller-Welt empfing uns letzten Endes mit einer weißen Schneepracht samt Temperaturen im Minusbereich.
Wir schauten uns etwas ungläubig an und ahnten bereits, dass diese Wallertour anders werden sollte, als alles bisher Dagewesene. Wir nahmen die Herausforderung natürlich an und versuchten diese Situation zu meistern. 

Die Mission Winterwaller begann und wir machten die Wallerboote startklar!

Wir wollten keine Zeit verlieren und bereiteten die Wallerboote vor. Als erstes galt es, die Black Cat Bootszelte anzubringen, so dass wir unsere Angelschlafsäcke und ähnliches sofort vor dem nasskalten Wetter in Sicherheit bringen konnten. Jetzt ging es an die Vorbereitung des Wallertackles und hierbei hatte ich ein AS im Ärmel, denn die neuen „The Cat“ limited Wallerruten brannten auf ihren Einsatz.
Wir betrachteten nochmals die Angelbedingungen und verschafften uns einen Gesamtüberblick, um gemeinsam die Vorgehensweise für die nächsten Tage zu besprechen. Einfacher gesagt, als getan, denn bei 3,5 Grad Wassertemperatur mit einem niedrigen Flusspegel war es schwierig, eine Strategie zu entwickeln.
Wir setzten auf Naturufer und Steinpackungen mit einer tief abfallenden Kante. Dadurch konnten wir sowohl den Kantenfuß mit ungefähr zehn Metern Wassertiefe bis hin zu den oberen Kantenbereichen mit ungefähr zwei Metern Flachwasser befischen. Es galt die Wallerköder in verschiedenen Gewässertiefen abzulegen, um herauszufinden, wo sich überhaupt ein beißwilliger Wels aufhalten könnte.
Begleitet von klirrender Kälte arbeiteten wir die ersten Tage, setzten die Montagen stets an andere Spots und versuchten alles, um einen Bartelträger zu überlisten. Die Angelei gestaltete sich mehr als schwierig und jeder Biss am gesamten Fluss war eher ein Zufallsprodukt.
Zu allem Überfluss schien der Angelgott nicht auf unserer Seite zu sein, denn nach den ersten Tagen streikte plötzlich der Bootsmotor von Jens, obwohl er gerade erst aus der Wartung kam. Das Dumme hierbei war nur, dass Timo und Jens gerade einen Platzwechsel vollzogen und mitten in der Fahrrinne den Anker werfen mussten, um nicht unkontrolliert abzutreiben. Wie sollte es auch anders sein, kam in unmittelbarer Nähe ein Schubschiff angefahren. In der Regel sieht man vielleicht einen solchen Schubverband pro Woche und genau in dieser Situation tauchte er auf.
Ich kam den beiden zur Hilfe und wir schleppten das Angelboot mit unseren Schlauchbooten erstmal zu einer Sandbank, wo Jens sich drum kümmerte. Schließlich fand er den Fehler in einer verstopften Ansaugpumpe, wodurch das Thermostat heiß wurde und der Motor sich aus Sicherheitsgründen ausschaltete. 

Der Schnee schmolz und es setzte Regen ein, aber die Mission Winterwaller blieb uns erhalten!

Langsam aber sicher stieg die Lufttemperatur in den Plusbereich, was allerdings zwei Tage lang Dauerregen mitbrachte. Das Regenwasser ließ die Temperatur des Flusses allmählich ansteigen, so dass sie nach einer guten Woche bereits sechs Grad betrug.
Trotzdem waren die Bedingungen immer noch sehr bescheiden und wir waren sehr weit von einem normalen Beißverhalten der Fische entfernt. Die Welse lagen irgendwo lethargisch am Gewässergrund und dachten nicht mal an die Nahrungsaufnahme. Unser Kampf ging weiter und der steigende Pegel, bedingt durch den starken Regen, machte uns Mut, dass eventuell eine Fressphase im Hochwasser eingeleitet werden könnte.
Wir suchten Überschwemmungsgebiete auf und platzierten die Köderfische an einer überfluteten Hecke in etwa zwei Metern Wasser. Der Abend brach an und es herrschte Stille. Kein Windzug, keine Tiergeräusche und auch die Köderfische gaben keinen Muchs von sich. Wie aus dem Nichts läutete plötzlich die Big Bell Wallerglocke und „The Cat Bank“ verneigte sich kurzzeitig, ehe sie zurück sprang. Fallbiss! Wo sollte der Fisch auch anders hin, als von der gegenüberliegenden Hecke wegzuschwimmen? Ich kurbelte die lose Wallerschnur ein und nahm Kontakt auf. „Der Fisch ist noch dran!“, rief ich zu Corinna und ein spannender Drill an der neuen Welsrute stand bevor, bei dem wir die Oberhand behalten sollten. Ein toller Bartelträger lag schließlich im Mission Craft Schlauchboot und ein breites Grinsen zog sich durch unser Gesicht. Endlich ging der Plan auf.
Am Mext Boot angekommen waren wir sichtlich froh, einen weiteren Wels bei den widrigen Bedingungen auf dem Haben-Konto verbuchen zu können. Jetzt gönnten wir uns erst einmal einen heißen Kaffee, den wir allerdings nicht genießen konnten, denn plötzlich meldete sich die nächste Wallerrute und das Big Bell Wallerglöckchen gab eine tolle Melodie von sich.
Wie sollte es auch anders sein, dieses Mal war es „The Cat Boat“, die eine Aufforderung zum Wallerdrill erhielt. Beide Asse hatten also gestochen und schon ging es erneut in das Mission Craft Drake, um uns dem nächsten Gegner zu stellen. Wir merkten sofort, dass auch dieser Fisch zur besseren Sorte gehört und ein weiterer kräftezehrender Welsdrill deutete sich an. Nach ungefähr 15 Minuten war Corinna ausgepowert, so dass ich übernahm. Aber auch hier zeigte „The Cat“ was in ihr steckt, so dass wir nach einem spannenden Kampf erneut zum Wallergriff ansetzen konnte!
Der nächste Gigant war bezwungen und ließ uns die gesamte Arbeit der Vortage schlichtweg vergessen. Parallel kamen auch Fangmeldungen von Timo und Jens, die ebenfalls in einem Überschwemmungsgebiet saßen. Die restliche Nacht verlief allerdings ruhig. Pünktlich zum Fotoshooting wurden wir durch Sonnenstrahlen geweckt und durften den ersten sonnigen Tag erleben. Diesen genossen wir ausgiebig und legten unsere Thermoanzüge und Schneestiefel erst einmal zur Seite.

Die Mission Winterwaller neigte sich dem Ende

Die letzten Tage änderte sich an dem Beißverhalten leider nicht viel und jeden Biss mussten wir uns hart erkämpfen. Auch der Angelgott schien immer noch etwas gegen uns zu haben, als sich plötzlich Timos Welsrute verneigte, die geschlossenen Rollenbremse kreischte, als wäre ein Motorboot hindurch gefahren und er probleme hatte, die verkeilte Rute aus dem Bootsrutenhalter zu bekommen. Wie sollte es auch anders sein, sprang die Angelrute zurück - Schnurbruch! Bei der wilden Flucht des Giganten muss die Geflechtschnur über irgendein scharfes Hinderniss unter Wasser gescheuert haben.
Mittlerweile verschwand auch der Blitzsommer nach nicht einmal zwei Tagen und wir gingen mit Sturm in die letzte Nacht, die im Morgengrauen mit einem Abschluss-Waller von Jens zu Ende ging.
Am Camp angekommen ließen wir die Tage nochmals Revue passieren und wir vier waren uns einig, dass diese Wallertour das Schwierigste und Außergewöhnlichste war, das wir bisher erlebten. 

schleimige Grüße wünscht euch
Ruwen Koring
(Wallerteam Catfish-Hunters & Team Black Cat)


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