Mit der Spinnrute auf Bachforellen

Mit leichten Spinnruten und kleinen Wobblern auf Bachforelle!

Ausnahmsweise war ich einmal nicht auf einer meiner Waller-Guidings unterwegs und nahm mir ein Wochenende, um liegengebliebene Sachen aufzuarbeiten. Wie immer kommt alles anders als man denkt, denn Teamkollege Timo Waschitzki plante einen Spinn-Trip auf Bachforellen, wo ich mich natürlich nicht zweimal Bitten ließ, um mit am Start zu sein. Dieser rotgetupfte Räuber zog mich in den letzten Jahren oft in seinen Bann, denn diese traumhaft schönen Fische hatte ich bis dato weder gezielt beangelt, geschweige denn überhaupt einmal live in der Natur gesehen. Nach kurzer Besprechung mit Timo in Bezug auf das Tackle, musste ich erstmal suchen, bis ich etwas Geeignetes gefunden hatte, denn so filigranes Zeug ist bei mir, einem leidenschaftlichen Wallerangler, nun mal Mangelware. Trotzdem wurde ich fündig, in Form einer 3m Spinnrute mit einem Wurfgewicht von 8g bis 32g, während Timo mit einer feinen 2m Spinne bestens gerüstet war, um beim Waten durch den Fluss beste Kontrolle über das Angelgerät zu besitzen. Zum Glück hatte ich mit einer kleinen Spinnrrolle, der 2500er Größe, die passende Rolle parat, welche mit einer 0,12er geflochtenen bespult war, was gerade eben noch so ging, wie sich hinterher herausstellte. Timo mit seiner 0,08er Schnur war mir in Sachen Wurfweite überlegen und konnte die Spots mit den leichten Ködern teilweise besser erreichen bzw. genauer anwerfen.

Mission Bachforelle, auf in das Unbekannte!

Jetzt konnte es losgehen, in ein für mich schier unbekanntes Abenteuer, wo ich nicht wusste, was mich überhaupt erwarten würde. Timo traf wie besprochen morgens bei mir ein, wo wir schnell Wathose, Spinnrute, sowie Verpflegung einluden und machten und auf den Weg Richtung Bachforellen. Nach einer knappen Stunde erreichten wir das Ziel und bereiteten die Montagen vor, indem wir ein Fluorocarbon vor den Köder schalteten, damit die Bachforellen in dem klaren Wasser nicht misstrauisch werden würden. Als Köder setzten wir hauptsächlich auf Wobbler, welche über einen kleinen Snap mit dem Vorfach verbunden wurden. Jetzt hieß es Wathose an und runter zum Fluss.
Während wir durch einen tiefen Bereich des Flusses wateten, um in den Flachbereich zu kommen, riss die harte Strömung einem fast die Beine weg. Man musste echt aufpassen, wohin man tritt, um nicht auf einem glatten Stein auszurutschen. Hierbei hilft einem eine Poolbrille, um möglichst weit in das Wasser schauen zu können. Gut das Timo mir das noch sagte, bloß leider waren wir da schon im Wasser, während meine Brille daheim auf meinem Wallerboot lag. So einen Trip sollte man besser nicht alleine machen, denn dies kann sehr gefährlich werden, falls man ausrutschen sollte. Die Wathose saugt sich in sekundenschnelle voll Wasser und bei der teilweise harten Strömung und den tiefen Bereichen ist ein aufstehen fast unmöglich, während man unter Wasser gedrückt wird. Soviel dazu. Timo erklärte mir die Grundsätze der Fischerei auf Bachforellen und demonstrierte mir die Köderführung. Es dauerte keine fünf Würfe, da hatte er schon die erste Forelle am Haken. Keine Große, aber ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell gehen würde.

Die Bachforellen waren in Beißlaune!

Jetzt war ich heiß wie Frittenfett und erwartete sehnsüchtig meine erste Bachforelle überhaupt. Timo legte ziemlich schnell zwei kleinere Exemplare nach, während mein Wobbler links liegen gelassen wurde. Wir setzten auf unterschiedliche Köder, um zu sehen, worauf die Fische an diesem bewölkten Tag abfahren würden. Jetzt probierte ich das selbe Modell, was Timo fischte und kurz danach konnte ich meine allererste Bachforelle überlisten. Leider blieb mir das Foto verwehrt, denn bevor Timo den Auslöser betätigte, machte sich der Fisch mit einem herzhaften Sprung auf und davon. Mit ein bisschen Wehmut ging es weiter und wir konnten eine Bachforelle nach der anderen fangen, während bei Timo plötzlich ein besserer Fisch einstieg und die erste knapp 40er Forelle im Kescher lag. Ein wirklich sehr schöner Fisch. Wir fischten den Bereich ausgiebig ab und kämpften uns ein bis zwei Kilometer gegen die harte Strömung durch. Teilweise wurde es so tief, dass wir uns teilweise am Ufer über kleine Steilhänge durchkämpfen mussten, um wieder an begehbare Flussbereiche zu kommen. Aber es brachte Erfolg und immer wieder konnten wir die ein oder andere Bachforelle fangen. Etwas später beschlossen wir, weil am Fluss kein Durchkommen mehr war, den Bereich zu wechseln und wir machten kehrt Richtung Auto. Dabei machte Timo einen falschen Schritt, rutschte weg und knallte mit dem Schienbein auf einen Stein. Es war sehr schmerzhaft, aber glücklicherweise ist nichts schlimmeres passiert und es konnte weiter gehen. Später, nachdem die Wathose ausgezogen war, machte sich ein kleiner Cut bemerkbar und das Bein war angeschwollen. Nichtsdestotrotz ging es für uns weiter und keine fünf Minuten später waren wir an einem neuen Bereich angekommen.

Stellenwechsel bringt gute Bachforellen!

Timo verklickerte mir, dass dies sein Lieblingsabschnitt ist, weil dort immer mit einer größeren Bachforelle zu rechnen ist. Es dauerte nicht lange, da hatte wir den ersten Fisch am Haken und der Größenschnitt der folgenden Fische waren etwas höher, als am Vorplatz. Während ich meinen kleinen bis mittleren Forellchen treu blieb, hatte Timo wieder einen guten Kontakt und auch dieses Mal war es eine schön gezeichnete Bachforelle über 40cm Länge.
Für mich war es jetzt schon ein gelungener Tag, der für mich persönlich mehr als nur eine Abwechslung zu dem dauerhaften Wallerangeln darstellte.
Wir zogen den Fluss weiter und plötzlich bekam ich eine Attacke auf dem kleinen Wobbler, der sich ganz klar von den anderen unterschied. Diese Bachforelle lieferte am feinen Gerät einen tollen Drill und als Timo den Fisch sicher kescherte, kannte die Freude keine Grenzen mehr. Mit einem Shake-Hand klatschten wir uns ab und das Maßband blieb bei genau 52cm stehen. Ein Traumfisch, der wie jeder andere auf dem Teamkonto angerechnet wird, denn bei uns gibt es kein "ich" im Team. Einer muss schließlich drillen, aber gefangen werden sie zusammen!
Nach einem Andenkenfoto ging es weiter und wir fischten Kilometer für Kilometer ab, wobei wir sicherlich schon 30 Bachforellen, wenn auch viele kleine, auf der Haben-Seite verbuchen konnten. Bei einem schnell eingesoccten Wurf sah ich, wie eine gute Bachforelle hinter meinem Wobbler herjagte. Ich reagierte schnell, legte einen Spinnstop ein und beobachtete, wie der Fisch den Köder direkt vor meinen Füßen attackierte. Der Haken hing und ein fantastischer Drill stand bevor. Nach einigen Fluchten setzte Timo den Watkescher an und sicherte den Fisch, während der kleine Drilling sofort ausschlitzte, als der Fisch im Netz lag. Glück gehabt! Dieser rotgepunkteter Räuber maß 50cm und war ein wiederum ein richtig geiler Fisch.
Langsam aber sicher brach der Abend rein und wir beschlossen die letzten hundert Meter noch abzufischen, bevor eine Ausstiegsmöglichkeit aus dem Fluss kam.

Eine perfekte Tour mit schönen Bachforellen ging zu Ende!

Jetzt kam der wohl unschönste Teil dieser speziellen Angelei, nämlich in Wathose den ganzen Weg am Ufer bis zum Autozurücklaufen, den wir zuvor durch das Wasser gewatet waren. Wie weit wir uns wirklich vorangefischt hatten, wurde mir jetzt erst klar und die Anstrengung durch das Waten gegen die starke Strömung machte sich in einem schmerzhaften Oberschenkelkrampf auf der Rückfahrt bemerkbar.
Nichtsdestotrotz wird mir dieser Trip noch lange in Erinnerung bleiben, denn zum einen war es eine gelungene Abwechslung zum Alltag im Wallerbereich und zum anderen habe ich einen geilen Tag mit einem Teamkollege genossen. Ohne Timo hätte ich diesen Traum so schnell nicht realisieren und meine erste Bachforelle in den Händen halten können. Für mich wird es nicht das letzte mal auf Bachforellen gewesen sein, sondern falls mich wieder Büroarbeit erwartet, werde ich schnurstracks Timo anrufen und fragen ob er Zeit hat. 

schleimige Grüße wünscht euch
Ruwen Koring
(Wallerteam Catfish-Hunters & Team Black Cat)


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